Wettkampfbericht: Innsbruck Alpine Trailrun Festival 2017

Ein etwas anderer Wettkampfbericht – denn ich stand beim Innsbruck Alpine Trailrun Festival gar nicht selber am Start. Stattdessen habe ich es auf Helfer-Sicht miterlebt, von den Vorbereitungen am Vortag bis zum Streckenposten-Dasein am Wettkampftag. Eine interessante Erfahrung!

 

IATF-Logo

Das Innsbruck Alpine Trailrun Festival (IATF) läutet jedes Jahr im April die Trailrunning-Saison ein. Geboten werden unterschiedliche Distanzen (15 km, 25 km, 42 km, 65 km und 85 km) mit zahlreichen Höhenmetern durch die Tiroler Berglandschaft.

Schon vor einigen Monaten hatten ein paar Freunde und ich unsere „Klassenfahrt“ zum Innsbruck Alpine Trailrun Festival geplant. Da ich zu dem Zeitpunkt schon wusste, dass mein Trainingsfokus in der Frühjahrssaison auf „kurz, flach, schnell“ liegen würde, hatte ich mich als Volunteer statt als Teilnehmer angemeldet. Die Volunteer-Betreuung im Vorfeld der Veranstaltung lief sehr kompetent und freundlich ab: Einsatzfeld und -zeitraum wurden individuell abgestimmt, Fragen wurden in kürzester Zeit beantwortet und Infos zum Ablauf frühzeitig versendet.

IATF: AnreiseSo saß ich am Vortag des IATF morgens im Bus nach Innsbruck. Über Facebook verfolgte ich das Chaos, das der unerwartete Neuschnee und die damit einhergehende Lawinengefahr verursacht hatte. Alle Strecken mussten kurzfristig geändert werden und die 85km-Strecke sogar mit der 65km-Strecke zusammengelegt werden. Stress für das Orga-Team!

Zum Glück waren bereits am Freitag genügend Volunteers vor Ort, um beim Aufbau, der Startnummernausgabe und Ausrüstungskontrolle sowie am Infopoint auszuhelfen. Das Wetter war ziemlich ungemütlich und dem Auskurieren meiner Erkältung nicht wirklich zuträglich. So war ich ganz froh, als es nach nur kurzer Helfer-Tätigkeit hieß, dass ich erst wieder abends zum Streckenposten-Briefing kommen müsse.

IATF: Aufbau am Vortag

Nach einem kurzen Spaziergang durch Innsbruck verkroch ich mich für den restlichen Nachmittag im warmen Hotelzimmer und war heilfroh, dass ich bei dem Wetter und der Erkältung morgen nicht selber starten musste.

Innsbruck-Impressionen

Abends ging ich wieder zum Veranstaltungsort und hörte mir zunächst das Race-Briefing für die 65km-Trailrunner an. Die Atmosphäre war einerseits mit Vorfreude, andererseits auch mit Anspannung geladen. Sowohl die Teilnehmer, als auch die Veranstalter hofften, dass der Wetterbericht stimmen und am nächsten Tag Sonnenschein statt Schneeschauer auf dem Programm stehen würden. Umso wichtiger waren die Anweisungen und Sicherheitshinweise im Race-Briefing, um für alle ein schönes und verletzungsfreies Event gewährleisten zu können.

IATF: Race- und Streckenposten-Briefing

Im anschließenden Streckenposten-Briefing erhielten auch wir Volunteers unsere Anweisungen. Ich würde von 9 bis 16 Uhr in einem Zweier-Team an einer Position am Stadtrand von Innsbruck stehen. Uns würden die Ultraläufer nach ca. 35 km und die Marathonläufer nach ca. 7 km ihrer jeweiligen Strecke passieren. Als Streckenposten sollten wir nicht nur die Richtung weisen, sondern alle Startnummern der vorbeilaufenden Teilnehmer erfassen und per App an die Rennleitung übermitteln – zum einen aus Sicherheitsgründen, zum anderen für die verknüpfte Live-Tracking-App.

Nachdem wir unser Equipment erhalten hatten, gesellte ich mich zu meinen inzwischen eingetroffenen Münchner Lauffreunden auf die „Schupfnudelparty“. Natürlich aßen wir alles auf, um für den nächsten Tag Enerige zu tanken und den Wettergott gnädig zu stimmen!

IATF: Schupfnudelparty

IATF: Start 25k und 65kAm nächsten Morgen um 8 Uhr verfolgte ich den Start des 25km- und 65km-Laufes (zu sehen auf meinem Instagram-Account). Obwohl ich nicht hinter der Startlinie stand, bekam ich richtig Herzklopfen und wurde nun doch ein bisschen wehmütig, dass ich nicht selber loslaufen durfte.

Ein paar weitere Streckenposten und ich wurden kurz darauf von einem Fahrer eingesammelt, der uns zu den jeweiligen Positionen bringen sollte. Allerdings blieben wir nur einen Kilometer später mit einer leuchtend roten Motorwarnung liegen – super Timing! In weniger als einer halben Stunde würden bereits die ersten Läufer des ursprünglichen 85km-Laufes unsere Position passieren und wir hofften, dass wir noch rechtzeitig da sein würden. Nach einer kleinen Schiebe-Aktion und einer „kuscheligen“ Weiterfahrt in einem halb so großen Auto erreichten wir unseren Platz zum Glück noch rechtzeitig, um alles vorzubereiten und den ersten flotten Ultra-Läufern zuzujubeln.

IATF: Streckenposten-Anfahrt

Unsere Streckenposition hätte schlechter sein können: Wir waren auf einer Nebenstraße kurz hinter der Verpflegungsstation am „Bierstindl“ positioniert. Im Laufe des Tages verzogen sich die Wolken und gaben den Blick auf ein tolles Alpenpanorama frei! Dazu schien die Sonne und wir konnten uns nach und nach der vielen Kleidungsschichten entledigen, die wir in Anbetracht des Vortages-Wetter angezogen hatten.

IATF: Streckenposten-TeamLangweilig wurde es nie: Wir waren gut damit beschäftigt, die vereinzelt oder in kleinen Gruppen vorbeiziehenden Ultraläufer zu notieren und sie anzufeuern. Es war schön zu sehen, wie sie sich über motivierende Worte freuten, uns hilfsbereit ihre Startnummern zuriefen oder sich in Foto-Pose warfen.

Stress kam schließlich auf, als die Marathonläufer gegen 13 Uhr eintrafen. Da sie erst 7 km mit wenigen Höhenmetern in den Beinen hatten, waren sie ganz schön flott unterwegs und kamen in großen Pulks vorbeigestürmt. Wir kamen kaum hinterher, die Startnummern aufzuschreiben, geschweige denn, per App weiterzuvermitteln. Die meisten erwischten wir zum Glück trotzdem! Nach dem ersten großen Sturm teilten wir uns schließlich auf: Eine tippte die hingekritzelten Nummern in die App ein, die andere erfasste die weiteren Läufer.

IATF: Motivierte Trailrunner

Ab 14 Uhr wurde es dann deutlich ruhiger, es kamen nur noch vereinzelte Nachzügler des 65km-Laufes vorbei. Schließlich erhielten wir gegen 15 Uhr die Meldung der Rennleitung, dass keine weiteren Teilnehmer mehr unseren Streckenabschnitt passieren würden, und wir wurden zum Veranstaltungsort zurückgefahren.

Dort angekommen erlebten wir die emotionalen Momente im Ziel und die gute Stimmung der Finisher mit. Meine Freunde sind alle gesund und munter durchgekommen – Glückwunsch für eure starken Leistungen! Und ein großes Dankeschön für eure Antworten auf meine Fragen zu euren IATF-Erfahrungen auf den verschiedenen Distanzen, die es in diesem Artikel nachzulesen gibt.

Mein Volunteer-Fazit: Das Innsbruck Alpine Trailrun Festival ist eine top-organisierte Trailrunning-Veranstaltung für verschiedene Levels, vom Einsteiger bis zum Profi. Es hat riesig Spaß gemacht, als Helfer mit dabei zu sein und das Orga-Team sowie die Teilnehmer zu unterstützen. Ein besonderes Schmankerl ist natürlich der Startplatz für 2018, den jeder Volunteer erhält… deshalb werde ich nächstes Jahr wohl selber auf einer der Strecken unterwegs sein!

Wer nächstes Jahr als Helfer dabei sein will, kann sich auf der Volunteer-Seite des Innsbruck Alpine Trailrun Festival informieren.

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