Buchtipp & Interview: Trailrunning Guide Münchner Berge

Verborgene Wurzelpfade, traumhafte Ausblicke und die Ruhe der Natur – Laufen in den Bergen ist immer wieder ein besonderes Erlebnis. Und zugleich ein ideales Technik-, Kraft- und Ausdauertraining für abenteuerlustige Läufer, die Abwechslung und Herausforderungen suchen. In ihrem neuen Buch stellen die Laufschrittmacher Andreas Purucker und Christian Reichert 34 spannende Lauftouren zwischen Ammergau und Chiemgau vor – auf schönen Trails abseits überfüllter Wanderwege.

Kleiner Tipp vorab: Wer das Buch „Münchner Berge – 34 spannende Lauftouren zwischen Ammergau und Chiemgau“ von Andi und Christian haben möchte, sollte unbedingt bis zum 05.04.2017 am Gewinnspiel teilnehmen 🙂 Infos findet ihr weiter unten!

Hummeln im Hintern: Wie seid ihr auf die Idee für das Buch gekommen?

Trailrunning Guide Münchner BergeLaufschrittmacher: Ursprünglich wollten wir einfach nur Wandertouren aus den Büchern von Walter Pause als Laufstrecken testen. Walter Pause war ein beliebter Wanderbuchautor in den 1970er Jahren. Einer der ersten, der Münchens Umland und nahe Bergziele für „Jedermann“ attraktiv gemacht hat. Unsere Väter hatten alle seine Bücher, und wir wollten die Touren laufen statt wandern. Das Spannende war, dass sich die Natur nach 40 Jahren „leicht“ verändert hat und viele Runden einfach nicht mehr ganz rund waren.

Da kam die Idee auf, die Strecken neu zu definieren, sie speziell für Läufer zu optimieren und einem Verlag anzubieten. Es ging nicht darum, eine bestehende und bereits überall beschriebene Tour einfach nachzulaufen, sondern neue Routen zu definieren. Und ob man einen Bergpfad wirklich laufen kann, muss man eben vor Ort testen. Das Ziel ist oft gar nicht der Gipfel selbst, sondern eher der versteckte und selten besuchte Pfad, die schöne Aussicht und natürlich die überwiegende Laufbarkeit einer Tour.

2013 publizierte der Bergverlag Rother unser erstes Werk, den „Trailrunning Guide Münchner Umland“. Das zweite Buch ist die logische Fortsetzung unserer Entdeckerfreude – nur diesmal mit ein paar Höhenmetern mehr…

Was sind eure persönlichen Lauftour-Favoriten aus dem neuen Buch?

Trailrunning in den BergenDas ist eine sehr schwierige Frage… denn natürlich liegen viele Touren in ihrer Erlebnisintensität gleichauf. Aber um zwei zu nennen: Tour 15 über die Jägersruh in den Soiernkessel und Tour 33 entlang des Wilden Kaisers von Scheffau nach St. Johann gehören sicher dazu.

Oja, diese beiden Touren sind wir schon zusammen gelaufen und sie sind wirklich traumhaft! Sie verlangen aber auch eine gewisse Fitness…
Für wen ist das Buch geeignet?

Es ist ganz klar ein Buch für fortgeschrittene, ambitionierte Läufer. Keine Tour eignet sich für Einsteiger. Berglaufen ist grundsätzlich eine Sportart, für die man viel trainieren sollte. Hier zählen nicht nur der persönliche Fitnesslevel, sondern insbesondere Trittsicherheit, Orientierungsvermögen und alpine Erfahrung. Eine Möglichkeit, sich dem zu nähern, ist Trail-Laufen im Münchner Umland und das „Herantasten“ an Höhenunterschiede.

Trailrunning-EquipmentWelches Equipment sollte man bei jeder Berglauftour dabei haben?

Zu allererst geeignete Schuhe. „Normale“ Laufschuhe reichen nicht aus, es sollten auf jeden Fall Trail-Schuhe mit fester Sohle sein. Ein leichter Laufrucksack für windfeste Jacke, Ersatz-Shirt, Getränke, Energieriegel und ein Erste-Hilfe-Kit darf ebenso wenig fehlen wie das Smartphone für Navigation und eventuelle Notrufe. In der Einführung unseres Buches geben wir detaillierte Tipps dazu.

Gab es heikle Situationen, in denen ihr in den Bergen an eure Grenzen gestoßen seid?

Gott sei Dank hatten wir nie Probleme mit ernsten Verletzungen oder Wetterstürzen. Es kam vor, dass die eine oder andere Tour deutlich länger gedauert hat als vorgesehen. Dann konnte es schon mal dunkel werden. Das lag aber primär daran, dass wir häufig unterschiedliche Varianten testen mussten. Wenn der Weg in eine Sackgasse führt oder über längere Zeit nicht laufbar ist, muss man eben zurück. Und dann werden aus geplanten 20 km schnell 25 km und mehr…

Ja, ich erinnere mich gut, dass wir uns einmal auf einer gemeinsamen „Recherchetour“ einige hundert Meter durch dichtes Gebüsch schlagen mussten. Da waren wir eine Weile beschäftigt, bevor es richtig weitergehen konnte…! Wie seid ihr eigentlich zum Trail- und Berglaufen gekommen?

Die Leidenschaft für Berge reicht bis in unsere gemeinsame Schul- und Gebirgsjägerzeit zurück. Schon damals sind wir viel im Laufschritt auf Naturwegen unterwegs gewesen, nur hat das noch niemand „Trailrunning“ genannt. Unsere Väter nannten es „Waldlauf“, bei der Bundeswehr hieß es „Geländeausdauertraining“. Den Rest verdanken wir dem Spaß an der Bewegung im Freien und einer gesegneten Gesundheit.

Trailrunning mit den LaufschrittmachernWas gefällt euch besonders daran?

Die Abwechslung. Keine Strecke ist wie die andere, jeder Ausblick belohnt die Anstrengung.

Wie sieht euer Laufalltag aus?

Neben den Bergstrecken, die wir primär an Wochenenden laufen, gehört natürlich ein gewisses „Alltagstraining“ zum Programm. Wir tummeln uns dazu gerne im Münchner Olympiapark, den wir für intensive Bergintervalle nutzen, im Englischen Garten für Ausdauerläufe sowie auf der ein oder anderen nahen Umlandstrecke aus dem ersten Buch.

Wir trainieren, um fit genug für unsere Bergstrecken zu sein. „Fit“ heißt für uns, auch am Berg immer im grünen Bereich zu laufen, weil das den Genussfaktor erhöht. Wettkämpfe sind für uns keine Option. Wir laufen aus Spaß an der Bewegung und an der Natur.

Jetzt haben bestimmt einige Leser Lust bekommen, mal mit euch eine Tour zu machen – geht das?

Wir posten auf unserer Facebook-Seite, wenn die Möglichkeit besteht, bei uns mitzulaufen. Jeder muss selbst entscheiden, ob er oder sie fit genug ist – ohne Garantien oder Verpflichtungen unsererseits. 

Wir werden sicher diese Saison wieder einige Gipfel zusammen erstürmen 😉
Danke für das Interview, Andi und Christian!

Flussdurchquerung auf einer Lauftour

Und wer auf eigene Faust losziehen möchte, hat hier die Chance, das Buch „Münchner Berge – 34 spannende Lauftouren zwischen Ammergau und Chiemgau“ vom Rother Verlag zu gewinnen! 
Erzählt mir in den Kommentaren von eurem Lieblingsberg im Münchner Umland – sei es zum Wandern oder Laufen. Ich bin gespannt auf eure Favoriten!

Unter allen Teilnehmern wird ein Exemplar des Buches verlost. Teilnahmeschluss: 05.04.2017

12 Gedanken zu „Buchtipp & Interview: Trailrunning Guide Münchner Berge

  • 30. März 2017 um 17:09
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    mein Lieblingshausberg (mit quasi zwei Gipfeln) ist der Blomberg/Zwiesel. Nicht so spektakulär wie die Routen im ersten Band und bestimmt auch im neuen Buch – aber man ist von München superschnell da. Wenn´s jetzt wieder früher hell wird fahre ich mit einem Kollegen unter der Woche frühmorgens hin-hoch-runter-heim-Duschen-auf´s Rad …. und bin dann um 09:30 in der Arbeit!

    • 31. März 2017 um 7:22
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      Danke für diesen Tipp, Martin. Das klingt nach einem sportlichen Start in den Tag – muss ich auch mal ausprobieren!

  • 31. März 2017 um 7:31
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    Da mein „Hausberg“ der Blomberg bereits genannt wurde 🙂 nehme ich meinen Lieblings-schnelle-Runde-Berg, den Jochberg. Ich finde die Aussicht dort oben fantastisch und er ist von der Kesselbergstrasse aus schnell erreichbar und eignet sich daher auch ideal für eine schnelle Abendrunde während der Woche. Heute Abend geht es mit meinem Freund rauf zum Sonnenuntergang 🙂

    • 31. März 2017 um 7:42
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      Oh, da habt ihr euch ja den perfekten Frühlingstag für ausgesucht. Viel Spaß heute Abend und danke für den Tipp!

  • 31. März 2017 um 12:43
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    Meine Lieblings“berge“ werden dieses Jahr die Hügel direkt in München. Es gibt eine Challenge, bei der man z.B. den Olympiaberg, Perlacher Muggl usw. auf einer bestimmten Strecke abläuft, bis man alle insgesamt sieben Hügel aus der Challenge durch hat. Man muss schließlich klein anfangen. 😉

    • 1. April 2017 um 9:54
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      Hallo Steffi! Klasse, dann kannst du ja danach den Trailrunning Guide „Münchner Hügel“ schreiben 😉 Nein, im Ernst, ich finde die Munich Hill Challenge eine super Idee und wünsche dir viel Spaß & Erfolg beim Erklimmen der „Gipfel“!

  • 1. April 2017 um 12:06
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    Ich bin „anscheinend“ gern auf dem Hirschberg.
    War da schon öfter oben…das letzte Mal war ganz lustig ?
    Eigentlich wollte ich ab Scharling mal einen anderen Berg erklimmen…am Ende stand ich doch wieder auf dem Hirschberg und fragte mich: die tolle Aussicht kennst du doch!?
    Hatte wohl nur ein anderen Weg hoch genommen?
    Viele Wege führen aufn Berg!

    • 3. April 2017 um 22:41
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      Hehe, der Hirschberg scheint ja wirklich dein Lieblingsberg zu sein, wenn dich dein innerer Kompass immer wieder hochführt 😉

  • 3. April 2017 um 14:30
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    Hallo Svenja,

    ich arbeite in Bayrischzell und habe so das Glück, tolle Laufberge auch mal in der Mittagspause erlaufen zu können. Mein Lieblingsberg ist der Wendelstein, aber auch der Seeberg ist eine wunderbare Spielwiese.
    Liebe Grüße, Tina

    • 3. April 2017 um 22:42
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      Hallo Tina, wirklich beneidenswert, dass du quasi umringt bist von potentiellen Lieblingsbergen 🙂 Der Wendelstein ist wirklich toll, den Seeberg muss ich noch ausprobieren!

  • 6. April 2017 um 19:24
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    Vielen Dank euch allen für die Kommentare und Bergtipps!
    Habe gerade Glücksfee gespielt und den/die Gewinner/in gezogen… *trommelwirbel*

    Steffi! Glückwunsch! Dann kannst du dich ja schon bald von den Münchner-City-Bergen in die „richtige“ Bergwelt wagen 😉 Viel Spaß!

    • 6. April 2017 um 20:51
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      Yay! Yay! Yay! Ich liege gerade flach, das ist der beste Weg zur schnellen Genesung – Dankeschön! 😀

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