Work-Run-Balance: Mama mit Vollgas

Stefanie Kirschey (29) aus Augsburg arbeitet in der Luft- und Raumfahrtbranche im Bereich Beschaffung, hat eine sechs Monate alte Tochter – und schaffte es in den letzten Wochen bei mehreren Cross- und Hallenmeisterschaften aufs Treppchen.

Portrait von Stefanie Kirschey

Vor über 10 Jahren ist sie durch eine Wette zum Laufen gekommen. Und dabei geblieben. Inzwischen hat Stefanie sich auf die Mittelstrecke, primär 800 m, spezialisiert. In der Off-Season nimmt sie außerdem gerne (und sehr erfolgreich) an Crossläufen teil.

Um fit zu sein, läuft sie etwa 6 x pro Woche und macht 3-5 x Krafttraining. Ein ordentliches Pensum für eine frischgebackene Mama, die inzwischen wieder 28 Stunden pro Woche arbeitet.

Wie Stefanie alles unter einen Hut bekommt, erzählt sie im sechsten Interview aus der Reihe „Work-Run-Balance“.

Wie bekommst du dein Training neben dem Job unter?

Ich versuche, immer früh morgens zu trainieren, bevor unsere Tochter wach ist und bevor ich an die Arbeit gehe. Das Gefühl, in der Früh trainiert zu haben, macht den Tag einfach besser, die Dinge gehen leichter von der Hand. Klappt es mal nicht oder steht an dem Tag eine zweite Einheit an, trainiere ich auch gern in der Mittagspause. Mein Arbeitgeber gewährt uns flexible Arbeitszeiten und wenn ich ausstemple, darf die Pause auch mal länger dauern. Abends trainiere ich ungern, da ich nach Feierabend meine Freizeit für die Familie einplane… und weil auch mein Mann mal trainieren möchte 😉

Was sagen deine Kollegen und dein Chef zu deinen sportlichen Aktivitäten?

Viele meiner Kollegen können nicht nachvollziehen, dass ich so viel Sport mache – leider ist man ja als Sportler heutzutage oftmals ein Exot. Mein Chef dagegen ist Rennradfahrer und sieht das nicht kritisch.

Stefanie beim Winter-Crosslauf.Inwiefern beeinflussen stressige Phasen an der Arbeit dein Training?

Ich ziehe mein Training ganz normal durch, egal, wie stressig die Arbeit ist. Ich nutze den Sport als Ausgleich und merke häufig, dass ich leistungsfähiger bin, wenn es an der Arbeit stressig ist.

Was findest du besonders herausfordernd daran, deine Work-Run-Balance zu meistern?

Seit August bin ich Mama. Ich habe mir fest vorgenommen, dass mein Kind niemals nach dem Sport kommen wird. Aktuell ist das sehr gut möglich – vor allem, weil mein Mann mich in allem sehr unterstützt. Wenn unsere Tochter allerdings älter wird, denke ich, dass es schwieriger wird, alles unter einen Hut zu bekommen.

Wenn du zusätzliche Freizeit geschenkt bekommen würdest, wofür würdest du sie verwenden?

Freunde, Familie und Sport.

Welchen persönlichen Tipp hast du für andere berufstätige Läufer?

Der Faktor Zeit ist nicht der „Show Stopper“ – vielmehr der Faktor innerer Schweinehund. Wer Zeit hat, sich regelmäßig vor den Fernseher zu setzen, kann diese Zeit auch zum Sport nutzen 😉

Stefanie beim Stadioncross.

Hast du schon ein besonderes sportliches Ziel für 2018?

Das kann ich aktuell noch nicht sagen. Erstmal muss ich sehen, wie mein Körper nach der Schwangerschaft noch so funktioniert…

(Anm. der Red.: Sehr bescheiden, formuliert, liebe Steffi! Ob bei den schwäbischen Crosslauf-Meisterschaften oder über 800 m in der Halle: Es scheint alles noch (wieder) sehr gut zu funktionieren! Motivierend zu sehen, dass Kind, Job und Laufsport vereinbar sind, wenn man es richtig anstellt 🙂 )

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