Work-Run-Balance: Businesslady meets Ironman

Hanna Haschigk (32) arbeitet als Projektmanagerin in einem Softwareunternehmen in München. Privat managed sie ebenfalls so manches Projekt – z.B. das umfangreiche Triathlon-Training für die Langdistanz. 40-Stunden-Woche? Pustekuchen!

Portrait Hanna

7 Stunden Radfahren, 4 Stunden Laufen, 4 Stunden Schwimmen, 3 Stunden Athletik- und Stabitraining: So ähnlich sieht das sportliche Wochenprogramm in der Hochphase des Langdistanz-Trainings bei Hanna aus.

Trotz Jobwechsel brachte Hanna 2017 erfolgreich alles unter einen Hut und finishte ihre erste Triathlon-Langdistanz in Roth. Und ist nun angefixt: 2018 geht sie wieder auf die Langdistanz.

Wie sie Projektmanagement und Trainingsmanagement vereinbart und was sie 2018 noch optimieren möchte, erfahrt ihr im vierten Interview aus der Reihe „Work-Run-Balance“.

Wie bekommst du dein Training neben dem Job unter?

Die vielen Trainingseinheiten in der Woche unterzubekommen funktioniert nur, wenn ich meine Woche im Voraus plane und gut organisiere. Das heißt, dass ich bereits vor der Arbeit schwimmen oder laufen gehe, wenn ich weiß, dass ich abends länger arbeiten muss.

Das A und O ist, die Wege zwischen Arbeit, Training, Verabredungen und Zuhause zu optimieren – so spare ich mir Zeit. Zum Beispiel lege ich Verabredungen so, dass ich davor noch schwimme und dann direkt vom Schwimmbad dorthin gehe. Wenn die Freunde mit dem Auto zum See fahren, komme ich mit dem Rad nach. Bin ich abends bei meinen Eltern eingeladen, dann laufe ich dort vor dem Essen noch eine Runde.

Hanna auf dem Rennrad

Was sagen deine Kollegen und dein Chef zu deinen sportlichen Aktivitäten?

Ich bekomme sowohl von Kollegen als auch von meinem Chef Unterstützung und Anerkennung. Das ist hilfreich, denn so kann ich auch mal mittags eine Schwimmeinheit im Freibad machen.

Sprichst du besondere Vorhaben mit deinen Kollegen oder deinem Chef ab?

Als ich im Frühjahr 2017 einen neuen Job angefangen habe, wollte ich nicht direkt nach einer Extrawurst fragen – obwohl ich gerade in der Peak-Trainingsphase für Roth steckte. Ich habe direkt am Anfang von meinem sportlichen Ziel erzählt, aber sehr darauf geachtet, dass die Arbeit durch das Training nicht leidet.

Für 2018 plane ich, meine Arbeitszeit etwas flexibler zu gestalten, um das Training besser einzubauen; z.B. mal am Vormittag Radfahren  und dafür abends länger arbeiten.

Inwiefern beeinflussen stressige Phasen an der Arbeit dein Training?

Es gibt Tage, an denen ich total platt nach Hause komme und einfach keine Energie mehr fürs Training habe. Dann lasse ich es auch mal ausfallen. Denn das wichtigste ist, auf seinen Körper zu hören – selbst wenn das schlechte Gewissen drückt. Aber wenn man weiß, welche Einheiten wirklich wichtig sind, ist es meiner Meinung nach in Ordnung und nur menschlich, auch mal eine Einheit auszulassen.

Was findest du besonders herausfordernd daran, deine Work-Run-Balance zu meistern?

Ich lege mir sonntags einen Plan für die kommende Woche zurecht und versuche, meine Trainingseinheiten so zu legen, dass ich trotz Arbeit und Sport auch noch Zeit für andere Sachen habe. Tja, wenn dann aber die Freunde ganz spontan in den Biergarten gehen, tritt das in Konflikt mit meinem ausgefeilten Plan 😉

Wenn du zusätzliche Freizeit geschenkt bekommen würdest, wofür würdest du sie verwenden?

Was in der heißen Vorbereitungsphase auf jeden Fall zu kurz kommt, ist, auf Konzerte, ins Kino oder Theater zu gehen. Oder die ganze Nacht durchzutanzen, ohne daran denken zu müssen, dass man am nächsten Tag 120 km radeln und 10 km laufen muss.

Welchen persönlichen Tipp hast du für andere berufstätige Läufer?

Ironman Finish Auf keinen Fall seine eigenen Trainingsplan und vor allem die Umfänge mit denen anderer vergleichen!

Wenn man arbeitet und noch dazu Zeit mit Freunden und Familie verbringen möchte, kann man nicht immer einen Standard-Trainingsplan einhalten. Deswegen bespreche ich Woche für Woche mit einem professionellen Coach meine beruflichen und privaten Termine und bekomme daraufhin einen ganz persönlichen Trainingsplan.

Das hat 2017 super funktioniert und auch dieses Jahr vertraue ich wieder darauf.

Hast du schon ein besonderes sportliches Ziel für 2018?

Auch wenn ich vor meiner ersten Langdistanz noch groß getönt habe, dass es meine erste und letzte sein wird, möchte ich es nochmal wissen: 2018 steht der Ironman Regensburg auf dem Plan! Ich habe in der Vorbereitung für Roth viel gelernt und möchte dies für meine zweite Langdistanz nutzen – auch in Bezug auf die „Work-Training-Balance“.

Und vor allem möchte ich mein Spendenprojekt „Racing for Madagascar“ weiter voran bringen. Wer auch für „Racing for Madagascar“ starten oder spenden möchte, ist herzlich willkommen. Sportliche Ziele mit einem guten Zweck zu verbinden motiviert zusätzlich!

Racing for Madagascar Fanclub

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