Work-Run-Balance: Sportliche Ziele, sportliches Zeitmanagement

Ann-Kathrin Ernst (26) aus Frankfurt ist begeisterte Triathletin und Läuferin. Ob sie nur 2 oder bis zu 6 Mal pro Woche trainiert, hängt oftmals von ihrem Arbeitspensum in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Sportverein Eintracht Frankfurt ab.

Work-Run-Balance bedeutet für Ann-Kathrin auch, sportliche Ziele realistisch an berufliche und private Anforderungen anzupassen. 2017 legte sie deshalb eine Triathlonpause ein und konzentrierte sich primär auf das Laufen. Wie sie ihr Training mit dem Job vereinbart und welche Pläne sie für 2018 hat, erzählt sie im zweiten Interview aus der Reihe „Work-Run-Balance“.

Ann-Kathrin beim Laufen

Wie und wann bekommst du dein Training neben dem Job unter?

Das ist ganz unterschiedlich und kommt darauf an, welche beruflichen und privaten Termine anstehen. Wenn ich weiß, dass ich abends etwas vorhabe, nutze ich die Mittagspause für einen kurzen Lauf oder gehe 30-40 Minuten in den Kraftraum. Grundsätzlich gibt es bei mir aber keinen fixen Ablauf, Woche für Woche wird neu geplant.

Was sagen deine Kollegen und dein Chef zu deinen sportlichen Aktivitäten?

Da ich bei einem Sportverein arbeite, ist es nicht ungewöhnlich, dass die Mitarbeiter Sport machen. Im Gegenteil, es wird unterstützt: Uns steht an der Arbeit ein Fitnessraum zur Verfügung und Fußball wird als Betriebssport angeboten. Was Ausdauersport und speziell Triathlon anbelangt, bin ich jedoch in der Minderheit.

Sprichst du besondere Vorhaben mit deinen Kollegen oder deinem Chef ab?

Wir sprechen schon über sportliche Vorhaben, weil man ja ab und an Urlaub für ein Trainingslager oder einen speziellen Wettkampf benötigt. Aber es ist nicht so, dass es hier täglich Thema wäre.

Inwiefern beeinflussen stressige Phasen an der Arbeit dein Training?

Sie beeinflussen mein Training sehr stark. Vor allem, weil ich dann häufig sehr müde bin. Früher habe ich oftmals mit der Brechstange versucht, trotz Müdigkeit, Stress oder einem Anflug von Erkältung zu trainieren. Dafür bin ich aber auch schon richtig „bestraft“ worden… Mittlerweile höre ich viel mehr auf meinen Körper und lasse auch mal eine Trainingseinheit ausfallen, wenn es mir zu viel ist. Dann hat das Training aus meiner Sicht sowieso keinen Effekt und belastet nur. Für mich soll Sport Spaß machen. Ich verdiene damit kein Geld und ich habe nur eine Gesundheit. Daher sind meine Prioritäten da mittlerweile relativ stabil und strikt.

Triathletin Ann-Kathrin beim Rennradfahren.

Folgst du bestimmten Ernährungsgewohnheiten? Ist es schwierig, sie an der Arbeit umzusetzen?

Ich finde es schon eher schwierig, Sportlerernährung im Berufsalltag umzusetzen. Wir haben zwar ein Restaurant auf dem Gelände, das aber nur „normale“ Küche anbietet. Wir haben mittlerweile einen festen Kollegenstamm, der mittags gemeinsam kocht oder einen großen Salat zubereitet. An anderen Tagen koche ich zuhause eine Portion mehr und nehme sie am nächsten Tag mit auf die Arbeit. Das klappt sehr gut und ist für meine Ernährung deutlich besser.

Was findest du besonders herausfordernd daran, deine Work-Run-Balance zu meistern?

Disziplin – das ist mein ganz großes Problem. Und das richtige Zeitmanagement. Manchmal stelle ich mir beispielsweise abends einen Wecker, um früh aufzustehen und das Training vor der Arbeit zu erledigen. Doch erwische ich mich leider häufig dabei, dass ich den Wecker dann doch noch einmal verstelle oder einfach liegen bleibe. Da muss ich selbst noch an mir arbeiten.

Wenn du zusätzliche Freizeit geschenkt bekommen würdest, wofür würdest du sie verwenden?

Da gibt es ganz unterschiedliche Dinge, die bei mir zu kurz kommen oder die ich vor mir herschiebe. Seitdem ich Vollzeit arbeite, lese ich viel weniger und schreibe seltener Texte für meinen Blog. Außerdem sieht meine Bude häufiger chaotisch aus 😉

Welchen persönlichen Tipp hast du für andere berufstätige Läufer?

To-Do-Listen oder einen Wochenplan schreiben. Das hilft, freie Zeitfenster zu entdecken und Trainingseinheiten besser zu koordinieren. Außerdem schwöre ich darauf, mich zum Training zu verabreden. Denn absagen zu müssen ist eine größere Hürde als den Wecker zu ignorieren.

Hast du schon ein besonderes sportliches Ziel für 2018? Wie wirst du es mit dem Job vereinbaren?

Ich will 2018 wieder eine Mitteldistanz machen. Das ist nur durch gutes Zeitmanagement und mit einem Trainingsplan möglich, den ich mir von einem Trainer erstellen lasse. Er weiß genau, welche Belastung ich auf der Arbeit habe und wie das mit dem Sport kombinierbar ist. So bin ich gut vorbereitet, habe aber auch noch genug Zeit für andere Dinge.

Drei Sportarten, zwei Wechsel, eine Liebe: Auf ihrem Blog triathlove berichtet Ann-Kathrin Ernst über ihre Triathlon-Erfahrungen und bietet hilfreiche Tipps rund ums Schwimmen, Radfahren und Laufen.

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