Wettkampfbericht: Schliersee Triathlon 2017

3. Triathlon, 1. Olympische Distanz: Der Schliersee Triathlon war eines meiner absoluten Jahreshighlights! 1500 m Schwimmen im Schliersee, 40 km mit 850 hm Radeln mit Alpenpanoramablick, 10 km Laufen rund um den Spitzingsee – landschaftlich und atmosphärisch kommt wohl kaum ein anderer Triathlon an dieses Event heran!

Pre-Race

Schliersee Triathlon: Check-inErstmal ein großes Lob an die Organisatoren des Schliersee Triathlons: Angenehme Check-in- und Startzeiten, ausreichend Parkmöglichkeiten, kurze Wege, kurzes Anstehen, saubere Toiletten in der Therme. Unter besseren Bedingungen kann man kaum in einen Triathlon starten!

So verlief die Vorbereitung sehr entspannt. Wir checkten unsere Räder in der Wechselzone 1 am Schliersee ein und schickten unsere Lauf- und After-Race-Beutel per Transporter auf ihren Weg zur Wechselzone 2 am Spitzingsee.

Diesmal reichte die Zeit und Muse sogar für ein kurzes Einschwimmen und die Vorfreude auf den kommenden Alpentriathlon stieg.

Schwimmen

Freiwasserschwimmen macht mir ja inzwischen ziemlich Spaß. Schon nach ein paar Zügen komme ich in einen meditativen Flow und könnte gefühlt ewig so weiterschwimmen. Nur ist es alles andere als schnell – DEN Dreh habe ich leider noch nicht raus… 😉

Beim Schliersee Triathlon starteten erst die Männer und 5 Minuten später die Frauen. Das kam mir sehr gelegen, da es weniger Wellen und weniger Getümmel geben würde.

Landstart, wieder was Neues. Ich sortierte mich wohlwissend in der hinteren Reihe ein und spazierte nach dem Startschuss gemütlich ins Wasser. Ein paar Züge, meditativer Flow, diesmal sogar mit Bergblick beim Atmen. Schön!

Doch nicht nur an der Schnelligkeit, auch an der idealen Geraden muss ich noch arbeiten. So standen nachher auf meiner Uhr sage und schreibe 1670 m. Dafür sind, für meine Verhältnisse, 35 Minuten gar nicht so schlecht!

Und wenigstens fand ich in der fast leergeräumten Wechselzone sofort zu meinem Rad. Nach dem entspannten Start begann nun das eigentliche Rennen!

Radfahren

Die wunderschöne Radstrecke des Schliersee Triathlons war ich zum Glück bereits Anfang Juli abgefahren. So wusste ich ziemlich genau, wann welche Steigung kommen und wie steil und lang sie sein würde. Denn bei etwa 850 hm auf 40 km mit anschließendem 10km-Lauf sollte man sich seine Kräfte etwas einteilen!

So gab ich in der Ebene und bergab Gas und blieb bergauf vorsichtshalber immer in der Komfortzone. Bergauf liegt mir zum Glück ganz gut und so konnte ich auf diesen Passagen trotzdem einige Triathleten überholen. Langsam aber sicher arbeitete ich mich nach dem recht einsamen Schwimmausstieg wieder in ein belebteres Teilnehmerfeld vor.

Die Radstrecke des Schliersee Triathlons führt über gute Asphaltstraßen durch Wiesen- und Weideland und kleine Ortschaften. Auf den ersten 24 km gibt es ein paar moderate, langgezogene, sowie einige knackige, kurze Anstiege. So kommt man hier bereits auf rund 500 hm. Anschließend geht es eher flach und leicht abschüssig über Fischbachau Richtung Spitzingsattel. Zeit für Verpflegung und die mentale Einstimmung auf den finalen Anstieg.

Der hat es dann erwartungsgemäß in sich: Auf etwa 4 km müssen rund 350 hm bezwungen werden. Hier hieß meine Devise: Tempo finden und kontinuierlich hochkurbeln. Im oberen Abschnitt warteten bereits jubelnde Zuschauer und spornten uns Athleten für die letzten Höhenmeter an. Anschließend folgte zur Entspannung etwa 1 Kilometer bergab, bevor es in die Wechselzone 2 ging.

Laufen

Glücklicherweise fand ich meinen Wechselbeutel relativ problemlos und schlüpfte in die Laufschuhe. Raus aus der Wechselzone und erst einmal 2 km bergab Richtung Albert-Link-Hütte und Valepp.

Auch wenn sich die Beine etwas staksig anfühlten, lief ich ziemlich flott los und begab mich weiter auf Aufholjagd. Nach einer Weile rief ich mir jedoch ins Bewusstsein, dass insgesamt 10 km mit rund 180 hm vor mir lagen, und drosselte das Tempo.

Als es schließlich etwa 4 km lang Richtung Spitzingsee bergauf ging, verlangsamte sich das gesamte Teilnehmerfeld zwangsläufig. Auch ich schlug ein vorsichtiges Bergauf-Wohlfühltempo an, konnte aber dennoch ein paar Plätze gut machen.

An der Verpflegungsstation am Spitzingsee machte ich eine kurze Iso-Trinkpause (laufend verschütte ich erfahrungsgemäß nur alles oder verschlucke mich). Ich überholte meinen Freund – der Glückliche war aber bereits auf seiner zweiten Runde um den See!

Schliersee Triathlon: KaiserschmarrnOhne mich mit Blicken auf die Uhr zu stressen, fand ich bald meinen Rhythmus. Erste Runde, Check. Weitere Iso-Trinkpause. Zweite Runde, Endspurt!

Den letzten Kilometer legte ich tatsächlich in 3:39 Minuten hin, da hatten mich wohl die jubelnden Zuschauer im Zielbereich angespornt. Oder das Wissen, dass im Ziel Kaiserschmarrn auf die Finisher wartete? 😉

Nach 03:02 Stunden lief ich geschafft, aber glücklich ins Ziel. Meine erste Olympische Distanz, was für ein tolles Erlebnis!

Die Organisation, das Wetter, die Stimmung, die Form – alles hatte gepasst. Selbst über meine Schwimmzeit ärgerte ich mich nicht, da ich immerhin durchgekrault war und es richtig genossen hatte. Schneller werden und Umwege weglassen kann ja noch kommen.

Genauso wie die nächste Triathlonsaison!
Schliersee-Triathlon-Finisher

 

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