Lauftour: Blaubergkamm-Umrundung

Auf 21 km mit 1300 hm rund um den Blaubergkamm und die Halserspitze: Eine landschaftlich reizvolle und technisch anspruchsvolle Trailrunning-Tour auf überwiegend einsamen Pfaden.

Trailrunning Blauberge, Pfad bergab

Ein paar Tage vor meiner Abreise nach Großbritannien musste ich mich selbstverständlich auch von den Münchner Bergen (vorübergehend) verabschieden. Wer wäre da eine bessere Begleitung als Christian von den Laufschrittmachern? Nach unzähligen Recherchetouren für seine zwei Trailrunning-Bücher kennt er die Münchner Hausberge wie seine Westentasche. So schlug er Tour Nr. 19 aus dem Trailrunning-Guide „Münchner Berge“ vor: Die Umrundung des Blaubergkamms auf 21 km mit 1300 hm.

Gegen 09:30 Uhr starteten wir an einem Wanderparkplatz Nähe Kreuth. Die ersten 2 km führten relativ flach neben einem Flüsschen auf einem Forstweg Richtung Siebenhütten. Angenehm zum Einlaufen und mit verheißungsvollem Blick auf den Blaubergkamm und die Halserspitze. Diese müssten wir ja zum Glück nicht ganz bezwingen, aber die kommenden Höhenmeter ließen sich schon jetzt erahnen.

Nachdem wir die urige Siebenhütten passiert hatten, wurde es trailiger. Ein schmaler Waldpfad führte links Richtung Gufferthütten ab. Die Steigung nahm langsam zu, war aber immer noch gut laufbar.

Anstieg zum Blaubergkamm

So sollte es nicht bleiben. Etwa ab km 3 wurde es deutlich steiler und felsiger. Besonders fies fand ich die oberschenkelhohen Felsstufen. Beinkrafttraining der Extraklasse! Christian lief trotz allem munter weiter, während der Anstieg für mich bereits die erste Gehpassage darstellte. Ins Schnaufen und Schwitzen kam ich trotzdem!

Nach ca. 5 km und 500 hm kam „zur Entspannung“ ein flaches, teilweise leicht abfallendes Stück.

Doch kaum war ich wieder ins Laufen gekommen, war die Erholung schon wieder vorbei. Auf den nächsten 3 km warteten weitere 300 hm auf uns.

An einer Scharte unterhalb der Halserspitze hatten wir schließlich die geballtesten Höhenmeter geschafft. Allerdings erst etwa 8 km! Das würde noch zu Diskussionen mit meinen Oberschenkeln führen, schwante mir.Trailrunning in den Blaubergen

Doch erst einmal genossen wir die tolle Aussicht auf die Blauberge, den Gipfel und das umliegende Tal. Es schien, als wären wir die einzigen Menschen auf diesem Pfad.

Dass der Weg wenig besucht ist, zeigte sich auch auf der folgenden Passage. Ein schmaler Pfad führte teils flach, teils absteigend unterhalb der Halserspitze entlang. Zunächst war er nur mit Gräsern zugewuchert, schließlich vor lauter Gestrüpp kaum noch erkennbar. Aber der Pfad ist da! Und bei dem schönen Ausblick wäre es doch eh viel zu schade, da hinunterzupesen.

Trailrunning Blauberge, technische Passagen

Schließlich erreichten wir einen breiten Wanderweg, von dem wir jedoch kurz darauf wieder auf einen kleinen Trail abbogen. Auf einsamen Bergwiesenpfaden ging es nun hügelig durch die Almlandschaft. Die Pfade waren immer wieder gespickt mit Stein- und Matschpassagen – ein gutes Techniktraining!

Trailrunning Blauberg, Almpfade

Schließlich erreichten wir die urige Blaubergalm. 2:40 Stunden waren wir nun schon unterwegs und hatten gerade mal 14 km geschafft. Trailrunning in den Bergen ist eben wirklich nicht zu vergleichen mit flachem Asphaltpesen, dafür umso erlebnis- und aussichtsreicher!

Nach einer kurzen Trinkpause ging es nun bergab Richtung Schildenstein. Auf diesem Abschnitt kamen uns schon mehr Wanderer entgegen, es ist ein beliebter Aufstieg zur Blaubergalm von Kreuth.

Zwei kleine, aber fiese Anstiege gab es noch zu bezwingen (ratet mal, wer von uns lief und wer ging?).

Zum Schildenstein mussten wir aber zum Glück nicht hinauf. Wir überquerten mehrere Weideflächen und wurden skeptisch von den grasenden Kühen beäugt.

Die letzten 5,5 km ging es dann fast nur noch über Wurzel- und Steinpfade durch den Wald bergab. Ein Traum für alle Downhill-Fans und trittsichere Trail-Techniker, die können hier richtig Gas geben.

Schließlich näherten wir uns dem Tal und erreichten eine breite Forststraße, die schon kurz darauf in dem Wanderparkplatz mündete.

3:45 Stunden, eine stolze Halbmarathonzeit!

Am angrenzenden Fluss gönnten wir unseren Beinen eine wohlverdiente Abkühlung. Herrlich!

Fazit: Die Blaubergkamm- Umrundung ist landschaftlich sehr schön und bietet alles, was das Trailrunning-Herz begehrt. Für mich war sie an diesem Tag ziemlich anstrengend – vermutlich lag es daran, dass ich dieses Jahr noch nicht so viel in den Bergen unterwegs gewesen bin und ein paar trainingsreiche Tage und Woche hinter mir hatte. Aber die tolle Berglandschaft und das zufriedene Gefühl danach sind es doch immer wieder wert, sich zwischendurch durchzubeißen und die Oberschenkel zu piesacken. Und ein gutes Training ist es allemal!

Den GPS-Track und eine genaue Tourenbeschreibung zur Blaubergkamm-Umrundung und vielen weiteren interessanten Trailrunning-Touren findet ihr im Trailrunning-Guide „Münchner Berge“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.