Triggerpunkt-Massage: Interview mit Caroline Bush

Triggerpunkte sind schmerzhaft, führen zu Verspannungen und Bewegungseinschränkungen.

Im Interview erklärt meine Masseurin des Vertrauens, Caroline Bush, was Triggerpunkte eigentlich sind, was in einer Triggerpunkt-Massage geschieht und was man selber gegen Triggerpunkte tun kann.

Teelicht

Was sind Triggerpunkte und welche Auswirkungen haben sie auf den Körper?

Triggerpunkte, auch als Myogelosen bekannt, sind lokale, bis zu erbsengroße Knötchen in der Muskulatur. Ein Teil des Muskels zieht sich zusammen und ist dauerhaft verkrampft.

Oft werden Trigggerpunkte gar nicht wahrgenommen oder fallen erst während einer Massage auf, wenn die Aufmerksamkeit auf sie gerichtet wird. In anderen Fällen sind sie jedoch im Alltag oder beim Sport schmerzhaft und machen sich lokal oder auch als Projektionsschmerzen in anderen Körperregionen bemerkbar.

So oder so sind Triggerpunkte auf Dauer problematisch. Sie führen zu Schmerzen und Verspannungen, ineffektiver Muskelarbeit und können den umliegenden Gelenke schaden.

Wodurch entstehen Triggerpunkte?

Die häufigste Ursache ist eine Überbelastung des Muskels, sei es durch Sport, Fehlhaltungen oder einseitige Belastungen in Beruf und Alltag. Aber auch Unfälle, Operationen, Stress, Mangelernährung oder Zugluft können Triggerpunkte herbeiführen.

Haben Ausdauersportler, z.B. Läufer oder Rennradfahrer, ein höheres „Triggerpunkt-Risiko“?

Vor allem Sportler, die eine sehr einseitige Belastung erfahren, z.B. Tennis- und Golfspieler, aber auch Radfahrer, sind gefährdet. Allerdings sind Sportler meist besser durchblutet, haben einen guten Stoffwechsel und achten in der Regel gut auf ihren Körper; d.h. sie bewegen und dehnen sich regelmäßig, ernähren sich gesund, sind gut entgiftet und entschlackt. Das beugt der Entstehung von Triggerpunkten vor.

Ich habe eher Musiker und die Bürobevölkerung bei mir, die mit Triggerpunkten Problemen haben – durch die einseitige Haltung und den oft fehlenden sportlichen Ausgleich.

Was machst du bei einer Triggerpunkt-Massage und wo liegt der Unterschied zur klassischen Massage?

In der klassischen Massage wird generell die Durchblutung der Muskulatur gefördert und die Dehnung eines Muskels durch Streichungen, Kneten und Friktionen erreicht. Die Behandlung von Triggerpunkten ist spezieller, da es um lokale Verkürzungen und Verhärtungen geht. Außerdem müssen auch andere Strukturen mitbehandelt werden, wie z.B. die sogenannten „Golgi-Punkte“ in den Sehnen der betroffenen Muskulatur.

Zunächst muss ich also die kleinen Knötchen ertasten. Manchmal hat eine Person auch eine ganze Reihe von Triggerpunkten, wie eine Leiter. Dann ist die Mikrozirkulation gestört und der Teil des Muskels ist dauerkontrahiert. Häufig liegen die schmerzhaften Areale und die kausalen Triggerpunkte auch an verschiedenen Stellen, was die Lokalisierung erschwert.

Habe ich einen oder mehrere Triggerpunkte entdeckt, versuche ich sie mit einer speziellen Technik zu lösen. Diese ist inzwischen etwas anders, als ich sie ursprünglich in der myofaszialen Therapie gelernt habe. Anstelle eines dauernden intensiven Druckes, der nach dem Druckentzug eine Durchflutung des Areals mit angestautem Blut ermöglicht, gehe ich mit recht viel Druck über das gesamte Areal hinweg. Eher als Reibung, also wiederkehrend. Den Triggerpunkt selber versuche ich, etwas auseinander zu ziehen, bis ein Release kommt. Das ist sanfter und viel weniger schmerzhaft.

Man muss den Triggerpunkt ein wenig „überlisten“ und ihn dazu bringen, seinen Widerstand aufzugeben! Gerne nehme ich auch die Schröpfmassage hinzu, um eine starke Durchblutung der Muskulatur zu fördern – das ist enorm hilfreich.

Triggerpunkt-Massage

Für wen eignet sich eine Triggerpunkt-Massage?

Triggerpunkt-Massagen sind generell gut einsetzbar und leicht verträglich. Sie sind für alle gedacht, die sich verspannt fühlen oder eine Bewegungseinschränkung haben. Sie sind allerdings deutlich intensiver als eine „Wellness-Massage“ und teilweise schmerzhaft. Jedoch können die meisten Kunden mit der richtigen Atemtechnik und einer behutsamen Vorgehensweise des Masseurs solch eine intensive Massage gut verkraften.

Wenn jemand besonders schmerzempfindlich ist, würde ich einen anderen Ansatz empfehlen. Man kann Triggerpunkte auch ärztlich behandeln lassen, z.B. durch Injektion und Dehnung, Kältereiz und Dehnung, oder Stoßwellentherapie.

Kann man Triggerpunkte auch selbst behandeln? Welche präventiven Maßnahmen empfiehlst du?

Es gibt spezielle Hilfsmittel zur Selbstmassage wie z.B. Tennis- oder Massagebälle, die Blackroll oder den Back Buddy. Wärmepacks, Kirschkernkissen oder Kyttasalbe sind auch hilfreich.

Präventiv hilft ausgiebiges Dehnen vor und nach dem Sport, ausreichende Versorgung mit Nährstoffen und Mineralien (vor allem Magnesium und Calcium), viel Trinken, Bewegung und eine gute Körperwahrnehmung.

Wann und wie häufig sollte man Triggerpunkte selbst behandeln bzw. von einem Masseur behandeln lassen?

Das kommt ganz darauf an! Wenn man genau weiß, wo die Triggerpunkte sitzen, kann man sie regelmäßig selber behandeln. Entweder prophylaktisch im Rahmen des Warm-ups vor dem Training, im Rahmen des Stretchings nach dem Training, oder im Akutfall, sobald sie sich bemerkbar machen.

Ansonsten ist es ratsam, gelegentlich zu einer professionellen Triggerpunkt-Massage zu gehen, um ein Zustandsbild des eigenen Körpers zu bekommen: Wo sitzen derzeit meine Punkte, wie intensiv sind sie? Meiner Empfehlung nach sollten akute Triggerpunkte intensiv 1x pro Woche behandelt werden. Idealerweise bilden sie sich dann zurück oder verschwinden ganz. Das kann nach 2-6 Sitzungen der Fall sein, je nach Ausprägung und Grad der Chronizität.

Wie bist du zur Triggerpunkt-Massage gekommen?

Nachdem ich am Anfang meiner Massagetätigkeit gemerkt habe, wie viele Menschen unter hartnäckigen Verspannungen vor allem im Schulter-, Hals- und Nackenbereich leiden, habe ich 2010 einen speziellen Kurs für Triggerpunkt- und Schröpfmassage gemacht.

Zunächst habe ich die Triggerpunktmethode sehr oft in Reinform angewandt. Allerdings musste ich feststellen, dass diese Technik doch sehr schmerzhaft ist und nicht immer den gewünschten Effekt hat, da sich die Kunden durch die Schmerzen oft verkrampfen.

Also bin ich schon vor längerer Zeit zu der zuvor erklärten, sanfteren Form übergegangen, häufig in Kombination mit Schröpfmassage. Die Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend und die Nachfrage ist gleichbleibend hoch!

Meine Kunden wissen inzwischen, dass ich sie auch bei anderen Massageformen gerne „zwischendurch triggere“ – meine Hände machen das inzwischen automatisch!

Wo bietest du Massagen an?

Triggerpunkt-Masseurin Caroline BushDie meiste Zeit bin ich im Ashtanga Yoga München am Sendlinger Tor. Dort kann sich jeder für eine Massage anmelden, Männlein und Weiblein, auch Nicht-Mitglieder.

Außerdem bin ich zweimal die Woche im Body Up am Hauptbahnhof, einem Frauen-Fitnessstudio. Dort kommen natürlich viele Mitglieder, die Massage (inkl. Saunabesuch) kann aber auch von Nicht-Mitgliedern gebucht werden – allerdings nur von Frauen.

Ende Januar werde ich 2 Tage die Woche auch in einem schicken neuen Hotel anzutreffen sein, das Anfang nächsten Jahres im Westend öffnet…

Danke für das Interview, Caroline!

Wenn ihr mehr über Caroline erfahren oder eine (Triggerpunkt-)Massage bei ihr buchen wollt, schaut auf ihrer Seite „Fingertips-Massagen“ vorbei!

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