Wettkampfbericht: Vogelsberger Vulkan-Trail

20,2 km, 567 hm im Aufstieg und 792 hm im Abstieg, dazu die grüne, hügelige Mittelgebirgslandschaft des Vogelsbergs – der Half-Trail des 1. Vogelsberger Vulkan-Trails hatte es mir sofort angetan, als ich von ihm hörte! Zumal meine Wurzeln im Vogelsberg liegen und ich schon als Kind auf dem Hoherodskopf herumgewandert bin. Diesmal ging es etwas flotter hinauf und hinab – und mit jeder Menge Spaß!

Vogelsberg Vulkan Trail, Halftrail

Vor dem Start

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir gemütlich gegen 10:30 Uhr Richtung Schotten. Sehr entspannt, wenn der Start erst für 13 Uhr angesetzt ist!
Der Registrierungs- und Zielbereich vor der Festhalle war schnell gefunden und ich holte meine Startunterlagen ab. Viel los war nicht, denn die Ultras waren bereits um 8 Uhr und die Marathonis um 11 Uhr gestartet. So verweilten wir nicht lange und machten uns auf zum Startpunkt des Half-Trails.

Eine weise Entscheidung – denn diesen zu finden, verbrauchte den glücklicherweise eingeplanten Zeitpuffer! In den Unterlagen stand nur der Ort „Busenborn“, ein kleines, überschaubares Dorf. Doch als wir dort ankamen, waren weder Schilder noch andere Teilnehmer zu entdecken. Wir kurvten zigmal durch jede Seitenstraße und fragten Dorfbewohner am Straßenrand – keiner wusste von diesem Lauf. Da es bereits 12:20 Uhr war, wurde ich nun doch etwas unruhig und rief mangels sonstiger Kontaktmöglichkeiten die Bergwacht an, deren Nummer alle Teilnehmer verpflichtend im Handy abspeichern mussten.

Startbereich Vogelsberg VulkantrailDer Herr am Telefon reagierte zum Glück freundlich und beschrieb uns den Weg zum Startpunkt. Dieser lag nicht IN Busenborn, sondern zwischen diesem und dem nächsten Ort auf einer Anhöhe mitten im Feld. Sollte nächstes Jahr vielleicht auch so in den Startunterlagen erwähnt werden… 😉

Mobilisation vor dem Vogelsberg Vulkan-Trail Am Start herrschte entspannte, familiäre Stimmung unter den rund 70 Half-Trail-Läufern. Um 12:45 Uhr fand ein kurzes Streckenbriefing statt und anschließend machten alle gemeinsam zur Musik Mobilisationsübungen.

Start des Vogelsberg Vulkan-Trails
Die Pflichtausrüstung wurde übrigens nicht kontrolliert und einige Läufer gingen komplett ohne Rucksack oder Gürtel an den Start. Ich beschloss, mich an das offizielle Reglement zu halten und meinen ersten Wettkampf mit Rucksack zu laufen – eine neue Erfahrung!

Pünktlich um kurz vor 13 Uhr stellten wir uns auf und zählten gemeinsam runter. 3-2-1-GO!

Der Lauf

Zunächst ging es über einen Feldweg leicht bergab Richtung Busenborn. Dort durchquerten wir die kleinen Gässchen und gelangten schließlich auf einen Wald- und Wiesenweg, der nach und nach an Steigung gewann.

Wiesenweg Vogelsberg Vulkan-Trail Bis hier hatte ich mich motiviert an die 6er-Spitzengruppe der Männer gehängt. Doch als die Steigung zunahm, merkte ich, dass meine Beine und meine Atmung heute am Berg keine Lust auf Tempo hatten. So wurde der Abstand immer größer, doch da auch hinter mir weit und breit niemand aufzuholen schien, machte ich mir keinen Stress. Ich tippelte die kommenden Steigungen in einem Sauerstoff-freundlichen Tempo hoch und schaute nicht auf die Uhr. Ich hatte mir vorgenommen, dass dieser Lauf vom Feeling genauso schön wie der Rennsteigmarathon werden sollte, und dafür musste ich am Berg einfach ein bisschen locker machen.

So ging es auf der ersten Hälfte des Laufes fast kontinuierlich bergauf und nur gelegentlich war ein Stück flach oder abschüssig. Häufig ging es über Wiesenpfade, was auf Dauer gut anstrengend war! Zwar war das Gras plattgetrampelt, aber jeder Schritt wurde schön abgefedert und sämtlicher „Vortrieb“ sank in den tiefen Grasteppich ein…

Anstieg zum Hoherodskopf Auf dem 4. und 10. Kilometer gönnte ich mir zwei kurze Gehpassagen, da das Weiterlaufen nicht wirklich schneller gewesen wäre und nur unnötig mehr Energie gekostet hätte. Nach der zweiten Gehpassage erreichte ich die erste Verpflegungsstelle auf dem Hoherodskopf, mit 763 m der zweithöchste Berg des Vogelsbergs. Hier würde später der „Fun-Run“ über 10 km starten – und auch für uns Half-Trailer begann nun der richtige Spaß! 😉

Zunächst ging es nochmal ein Stück bergauf und in Schleifen quer durch den Wald. Da ich inzwischen komplett alleine unterwegs war, musste ich mich gut konzentrieren, die roten Pfeile am Boden und die gelben Bändchen in Büschen und Bäumen frühzeitig zu entdecken und die richtigen Kurven einzuschlagen. Und dann ging’s fast nur noch bergab! Hauptsächlich über richtig schöne Wurzelwege, zwischenzeitlich auch mal durch Matsch und über Wiesenwege.

Zieleinlauf beim Vogelsberg Vulkan-Trail Und ich fand einen neuen Laufkumpanen: Einen Ultraläufer, der noch richtig viel Power hatte, obwohl er schon 60 km hinter sich hatte! Gemeinsam setzten wir uns das Ziel, unter 7 bzw. 2 Stunden ins Ziel zu laufen, und pushten es schließlich auf unter 6:50 bzw. 1:50 Stunden. Gemeinsam jagten wir in einem

Doch auch bergab-pesen ist auf Dauer anstrengend… Nachdem ich einmal falsch abgebogen war, aber zum Glück von meiner Begleitung zurückgepfiffen wurde, war auf einmal mein Flow weg. Jetzt musste der Ultraläufer den Hasen machen! Wir motivierten uns gegenseitig für die letzten Anstiege und gaben auf dem Zielkilometer in Schotten nochmal richtig Gas (3:34er-Pace, herrje!). Geschafft! 🙂

Nach dem Lauf

Trial-Bike-ShowDie Siegerehrung war für 18 Uhr in der Festhalle Schotten angesetzt. Doch bevor es losging, präsentierten sich zwei weitere Vereinssparten des Veranstalters TGV Schotten. Zunächst gab es eine Show der Trial-Biker, die auf ihren sattellosen Rädern über die Bühne hüpften. Beeindruckend!

Im Anschluss kam eine Tanzgruppe auf die Bühne und tanzte und steppte zu irischer Musik. Wie unterschiedlich verschiedene Sportarten doch sind! Während wir wie die Wilden Berge hoch und runter rennen, machen andere so ästhetische Dinge wie Tanzen oder sorgen durch Step-Einlagen für richtig gute Stimmung. Nur so ein Gedanke, der mir durch den Kopf ging 😉

urkunde_vulkantrailDie Siegerehrung zog sich dann (zumindest gefühlt) etwas in die Länge, da sowohl die Gesamtsieger als auch die Altersklassensieger jeweils m/w für alle Streckenlängen aufgerufen, beklatscht und beschenkt wurden.

Doch das Warten lohnte sich: Als Preis erhielt ich direkt vor Ort neue Trail-Schuhe von La Sportiva, dem Sponsor der Veranstaltung. Ein sehr cooler und passender Gewinn!

Alles in allem war es eine tolle Veranstaltung mit einer sehr schönen, abwechslungsreichen Halbmarathonstrecke. Da es der 1. Vogelsberger Vulkan-Trail war, sind die organisatorischen Schwächen (Startpunkt, Wegmarkierungen, „Pflichtausrüstung“, …) verzeihbar und hoffentlich nächstes Jahr behoben. Ich würde auf jeden Fall wieder mitlaufen und habe aus den Unterhaltungen anderer Teilnehmer rausgehört, dass auch der Marathon und der Ultramarathon lohnenswert sind. Und der Fun-Run macht seinem Namen sowieso alle Ehre 😉

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